Last Christmas (in Buenos Aires)

Weihnachts-Selfie mit Nathali
Marc, Nathali und ein paar leckere Wildgänse in Buenos Aires

Marc, Nathali und ein paar leckere Wildgänse in Buenos Aires

Vorweihnachtszeit in Buenos Aires, Argentinien

Noch eine Woche bis Weihnachten. Bei Temperaturen um die 40° sollte das dieses Jahr mit der „heißen Weihnacht“ klappen. Ich schlendere mit Marc und Nathali durch einen Park am Stadtrand. Marc, den ich noch aus meiner Zeit im Wiesbadener Studentenwohnheim kenne, wird kurz vor Weihnachten in die deutsche Kälte zurück fliegen. Meine liebe Kollegin und gute Freundin Nathali wird bleiben. Gemeinsam werden wir Weihnachten und Silvester feiern. Ganz entspannt und ohne Weihnachtsstress. Ich schaue etwas wehmütig auf die fröhlich schnatternden Gänse. Schon schade, dass die Oma nicht da sein wird, um uns eine leckere Weihnachtsgans zuzubereiten.

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk

In unserer Ferienwohnung, im Stadtviertel Belgrano,
„Er ist weg!“ Ich bin verzweifelt. „Guck doch noch mal in Ruhe“ rät Nathali beschwichtigend. Schon zweimal habe ich alle Päckchen aus meinem Rucksack ausgepackt. Die Ferienwohnung gleicht einer Notunterkunft für Messis. „Mein Reisepass ist weg!“ „Wo hast du ihn denn das letzte Mal gehabt?“ Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Bevor ich auf Nathali traf hatte ich eine kleine Odyssee in Buenos Aires hinter mir: Erst bei Niko; dann im 8er Dorm in Palermo; im jüdischen Hostel im Centro; im Airbnb-Zimmer in San Telmo, bei Jose in Retiro oder in diesem hippen Künstler-Hostel. Er könnte überall sein. „Wir schauen einfach morgen noch mal in Ruhe.“ Nathali versucht etwas Entspannung reinzubringen. Notfalls muss ich wohl am Tag vor Weihnachten noch schnell zur Botschaft, denn am ersten Feiertag haben wir einen Bus an die brasilianische Grenze gebucht.

Am nächsten Morgen am Telefon,
„Tiene mi pasaporte?“ ich spreche mit der Rezeption des hippen Künstler-Hostels. So wirklich vielversprechend scheint mir dieser Versuch nicht, aber man muss ja alles probieren. „Si“ („Ja“) antwortet der Rezeptionist amüsiert. Ich bin verblüfft. Während Nathali heute eine Stadtrundfahrt macht, werde ich eine Tour durch die Stadt machen und meinen Reisepass abholen: mein schönstes Weihnachtsgeschenk.

Lost & Found. Mein schönstes weihnachtsgeschenk

Lost & Found. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk

Weihnachtsgrüße für die Lieben

In der Mittagshitze auf einem See,
Ein bisschen hatten Nathali und ich uns schon gewundert, dass wir fast die einzigen sind, die sich heute mit Ruderboot auf den kleinen See im Stadtpark trauen. Wahrscheinlich sind alle mit Weihnachtseinkäufen beschäftigt, dachten wir. Keine 5 Minuten wird es dauern bis wir den wahren Grund erkennen: Bei 40° und Windstille ist jede körperliche Aktivität eine Qual. „Jetzt lass uns einfach schnell das Foto für Facebook machen! Und dann können wir ja wieder umkehren!“ Wir setzen unsere Weihnachtsmann-Mützen auf, die wir vorher in einem Weihnachts-Ramsch-Laden gekauft hatten. Nathali stellt ihr Handy auf Selfie-Modus und wir versuchen trotz gleißendem Sonnenlicht nicht zu blinzeln.

Knips

Weihnachts-Selfie mit Nathali

Weihnachtliches Selfie mit Nathali und Palmen

Weihnachtsplätzchen mit Fleischfüllung

In einem privaten Restaurant im Stadtteil Palermo,
Argentinien ist das Heimatland leckerer Steaks. Ein paar Amerikaner haben das erkannt und daraus eine Touristenattraktion kreiert: „The Argentinian Experince“ Neben sehr saftigen Steaks werden ein paar kulturelle Häppchen präsentiert und man darf seine eigenen Empanadas backen. Empanadas sind diese fleischgefüllten Teigtaschen, die man in Südamerika überall bekommt und die in Argentinien besonders lecker sind. Heute darf jeder kreativ sein und seine ganz persönliche Empanada kreieren. Nathali, die im Herzen Musikerin ist, bastelt einen Bass. Ich knete den Teig erst eine Weile um dann das Tier zu formen, dass mich dieses Jahr am meisten beeindruckt hat: eine einsame Wasserschildkröte.

Nathali und ich beim Backen von Empanadas

Nathali und ich beim Backen von Empanadas

Heiligabend mit Freunden

Heiligabend, vormittags, im Stadtteil Retiro
Wir sind bei Niko zum Weihnachtsessen eingeladen. David kommt auch. Die beiden kümmern sich um das Essen, wir bringen Getränke mit. Eine Aufgabe, die nur dadurch erschwert wird, dass Niko keinen Kühlschrank besitzt (in Südamerika ist Haushaltselektronik im Vergleich zu Deutschland oft unverschämt teuer) Drei Stunden irren wir durch die überhitzte Stadt um schließlich in einer Art Tante Emma Laden noch eine letzen Sack voll Eis zu erstehen … den wir dann auch (größenteils) ungeschmolzen bis zu Nikos Wohnung retten.

Bei Niko,
Es gibt Weihnachtshuhn. Von Niko zubereitet. Sein erstes eigenes Weihnachtsdinner. Vor zwei Jahren ist er nach Argentinien ausgewandert. Wenig Geld hatte er dabei, so dass er schnell Arbeit finden musste. Anfangs wohnte er in WGs und arbeitete für ein deutsches Call-Center. Dass er jetzt für deutsche Freunde und seinen argentinischen Freund ein Weihnachts-Dinner in seiner eigenen Wohnung kocht, ist auch ein persönlicher Erfolg. Und ein schmackhafter noch dazu.

Niko und David servieren das Weihnachtshuhn

Niko und David servieren das Weihnachtshuhn

Vollgefressen werden wir Punkt 12 aus unserer Besinnlichkeit gerissen. Draußen beginnt das traditionelle Weihnachts-Feuerwerk. Ich liebe Feuerwerk und stehe noch eine Weile mit Niko auf seinem Balkon. „Vielleicht gehen wir nächstes Jahr nach Israel. David hat da gute Kontakte und diese Internet-Jobs kann man ja von überall machen.“ Wir sind beide gespannt, was 2014 so bringen wird.

Der erste Weihnachtsfeiertag im Bus

Über 20 Stunden fahren wir von Buenos Aires bis nach Iguazú. Morgen wollen wir vor den größten Wasserfällen der Erde stehen. Aber heute wird erstmal im kühlen Bus gechilled. Nathali ist Bus-Expertin und hat uns Semi-Cama-Sitze reserviert. Es ist fast so gemütlich wie bei den Eltern auf dem Sofa. Ich bin in guter Gesellschaft. Der Bus-Fernseher läuft. Nur das Essen kann nicht ansatzweise mit der Weihnachtsgans von Oma konkurrieren.

Festtags-Schmaus im Bus

Festtags-Schmaus im Bus

Ich wünsche allen Zuschauern besinnliche Weihnachten und ein reisereiches 2015!

P.S.: Hast du Weihnachtserlebnisse in der Fremde, die du teilen magst? Dann verpack sie doch als Kommentar. Auch gern gesehene Geschenke sind Likes, Shares, neue Fans auf Facebook … oder einfach nur ein rebellisches Lächeln. 😉

Dein Gregório Jones

Die Wasserfälle von Iguazu ... mehr dazu in 2015

Die Wasserfälle von Iguazú … mehr Erinnerungen und ganz neue Erlebnisse gibt’s 2015

Das Beste am Reisen sind all die unerwarteten Begegnungen. Seit meinem Sabbatical in Südamerika reise ich daher mit neuer Mission durchs Leben: „Catching Smiles around the Globe.“ Ach ja … Mich und meine Lächeln gibt’s auch auf meiner Facebookseite, auf Instagram auf Snapchat und als schicken kostenlosen Newsletter. ¡Hasta luego amigo!

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