Südamerika – Nur ein großer bunter Zoo?

Der Kolumbianer Miguel, die Deutsche Agnes und der Kolumbianer Oscar

Die Geschichte von drei ungewöhnlichen Begegnungen in Südamerika. Eine Geschichte über Verständigung ohne den Anspruch darauf verstanden zu werden.

Wenn der Dschungel schon da ist, braucht es nur noch Gehege und fertig ist der Zoo!

Wenn der Dschungel schon da ist, braucht es nur noch Gehege und fertig ist der Zoo!

Es war einer dieser Tage meines Sabbaticals, an dem ich überrascht feststellte, dass schon wieder nachmittag war und ich heute noch nichts erlebt hatte. Die schöne Kolumbianerin Carolina hatte mir den städtischen Zoo ans Herz gelegt. Ich mag Tiere. Vor allem die exotischen. Und Zoos sind eine komfortable Einrichtung, um in kurzer Zeit möglichst viele von ihnen zu sehen. Seit der Kindheit bin ich Zoo-Fan. Trotzdem würde dieser Zoo-Besuch auf lange Zeit mein letzter werden.

Der kleine Mann mit dem Raubtierblick

Löwen im Zoo von Cali, Kolumbien

Löwen im Zoo von Cali, Kolumbien

Ich schlecke mein Eis und beobachte die Löwen im Zoo von Cali. Raubtiere haben mich immer am meisten fasziniert. Die Löwenjungen tollen herum, die Weibchen posieren jagdbereit und der Löwenkönig mustert erhaben sein Publikum. Wäre da nicht diese massive Steinmauer, würden sie uns wahrscheinlich zerfleischen. Aber so bleibt ihnen nur ihr durchdringender Raubtierblick um uns Respekt einzuflößen.

Der Kolumbianer Oscar, die Deutsche Agnes und der Kolumbianer Miguel

Der Kolumbianer Oscar, die Deutsche Agnes und der Kolumbianer Miguel

Oscars chispeantes ojos verdes claros no son comunes para los Colombianos. Tres veces nuestros caminos se cruzarían en este viaje. La primera vez fue durante un entrenamiento de kung fu a la Universidad de Bogotá. Vine con su amigo, el encantador Miguel. Oscar era uno de los expertos de kung fu. El novio de la Alemana Agnes. El hombre pequeño con la vista predator. Realmente  tenemos hablados casi nada. Para qué? Yo era un conocido de Miguel. Un turista que desaparece el día siguiente y encima de eso hablaba un español terrible.
Pero volví a Bogotá. Un mes después. Para la cena vegana con Agnes. Y para encontrar Miguel de nuevo. Mientras tanto podía conversar en español un poco mejor. No es que hemos hablado mucho, pero hemos sido capaces de comunicarse.
Casi dos meses después, nos encontramos de nuevo. Esta vez, a miles de kilómetros de distancia de Colombia: En Buenos Aires, Argentina. Agnes y Oscar estaban viajando por América del Sur y el me contó de su viaje. De las dificultades de ser colombiano en la frontera Boliviana. Los guardias fronterizos no querían dejarle pasar sin soborno. Convenientemente Agnes trabaja como empleada de la embajada alemana y posee de un pasaporte diplomático. Esto llegó a su efecto intimidatorio.
Yo le dije lo que había experimentado en Ecuador y las Islas Galápagos mientras tanto. Y como si fuera la cosa más normal del mundo, hablamos en español.

Der 70jährige Schüler

Wäre ich doch bloß nie auf die Galapagos-Inseln gefahren. Ich wäre bestimmt immer noch Zoo-Fan. Aber es gibt diesen Nervenkitzel, der dich packt, wenn alle Gehege verschwunden sind. Wenn du plötzlich selbst herausfinden musst, wie mutig du bist. Wie weit du zu gehen bereit bist: Für ein Erinnerungs-Foto mit einer wilden Riesenschildkröte. 😉

Posieren erlaubt. Anfassen verboten!

Riesenschildkröte in Freiheit, auf den Galapagos-Inseln

Über 150 Jahre können diese Riesenschildkröten alt werden. Was sie wohl alles erzählen könnten?

Der Amerikaner John (rechts im Bild)

Der Amerikaner John (rechts im Bild)

I was always a little jealous of the nice tan John got from the Brazilian sun. A farmer from North America. From Hastings – a city close to the Great Lakes. In winter, temperatures in Hastings can easily drop below −20°C.  No farming can be done. So John started to look out for different winter activities.
I met John in my Portuguese class for Spanish speakers in Rio de Janeiro, Brazil. Portuguese shares a lot of grammar and vocabulary with Spanish. So you don’t have to start from the beginning, if your Spanish is solid. John started to learn Spanish when he was 60. I started in my early 30ies, a bit over a year before this class. Back then I was worried that it would be to late to learn a new language. How foolish of me. Here I was, sitting in a class room with a seventy year old student learning yet another new language. John and I both struggled a bit at the beginning, but within a month we both started to have … nossas primeiras conversas em português com os verdadeiros brasileiros.

Die treue Brasilianerin

„Arat Arat“ Die Laute des brasilianischen roten Aras werden nur durch das Klicken der Kamera meiner bayrischen Reisebegleiterin Beate unterbrochen. Wir sind im Pantanal, einem der größten Tierparadiese der Erde. Ich beneide Beate um ihre Einblicke durch das Teleobjektiv ihrer Kamera. Mich fasziniert das Gefieder der Aras im Baum über uns. Als wären sie irgendwann mal durch einen Regenbogen geflogen und hätten die Farben einfach behalten.

Freilebende Aras im Pantanal, Brasilien (Foto: Beate)

Ein freilebender Ara im Pantanal, Brasilien (Foto: Beate)

Aras werden bis zu 80 Jahre alt und verbringen ihr ganzes Leben mit dem selben Partner.

Brasilianerin Elizabeth

Brasilianerin Elizabeth

You start developing your own language with every person you meet. For Elizabeth and me English was the logical choice to begin with. She was a friendly Brazilian woman that owned a luxurious apartment in Rio and I needed a place to stay. A friendly business relation. But I stayed longer and I took that Portuguese class …
… De repente, eu já podia entender quando ela e Mario, o seu amigo de longa data, se queixavam dos políticos corruptos. Ela me falou muito do Rio, da sua grande paixão pelo mar e deste apartamento lindo. Antes era o lugar onde ele morava com sua mãe e seus irmãos. Era também o lugar onde mais tarde Elizabeth e Mario manteriam a mãe doente dela. …
… We still spoke a lot of English. The language you chose to get to know somebody will always stick with you. But when it became evident that I would leave Brazil to return to Germany she started using more and more … palavras em português. Porque outra coisa era evidente, se um dia eu fosse voltar, seria por causa do amor pelo Brasil e pelo português falado ali. Um amor que ela sempre sentia. Ainda hoje, mais de um ano depois do meu sabático, não passa nenhuma semana sem ela me enviar fotos de seu Brasil, junto com algumas palavras em português

Nur ein großer bunter Zoo?

Das war die letzte Geschichte aus der Reihe „Spanisch Sprachen lernen mit Anfang Mitte 30

Was lernen wir daraus? Da wäre die offensichtliche Lektion: Manche Geschichten machen nur dann richtig Spaß, wenn du sie verstehen kannst.

Dann wäre da die hinter Tier-Metaphern versteckte Lektion: Es braucht Respekt, keine zu großen Berührungsängste und die Fähigkeit zu beobachten, um etwas verstehen zu können.

Aber noch eine Lektion steckt in dieser Geschichte. Die Wichtigste. Eigentlich steckt sie in diesem ganzen Blog. Denn wenn es dir tatsächlich nicht gelingen sollte, dich mit einem Lächeln zu verständigen, dann wird Südamerika für dich wohl immer nur eines bleiben:

ein großer bunter Zoo.

Wiedersehen mit Agnes und Oscar vor ein paar Wochen in einem veganen Berliner Biergarten. Inzwischen spricht der kleine Mann mit dem Raubtierblick auch ein bisschen Deutsch.

Wiedersehen mit Agnes und Oscar vor ein paar Wochen in einem veganen Berliner Biergarten. Inzwischen spricht der kleine Mann mit dem Raubtierblick auch ein bisschen Deutsch.

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Das Beste am Reisen sind all die unerwarteten Begegnungen. Seit meinem Sabbatical in Südamerika reise ich daher mit neuer Mission durchs Leben: "Catching Smiles around the Globe." Ach ja ... Mich und meine Lächeln gibt's auch auf meiner Facebookseite, auf Instagram auf Snapchat und als schicken kostenlosen Newsletter. ¡Hasta luego amigo!

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