Liebe Erinnerung (an Südamerika)

Ilha Grande, Brasilien

„das Meer wird türkisblau gewesen sein“ Ilha Grande, Brasilien

Liebe Erinnerung,

man sagt, dass du die Vergangenheit schöner werden lässt. Das Meer wird türkisblau gewesen sein. Jede verhinderte Katastrophe ein Abenteuer. Und die Menschen werden immer gelacht haben. Zumindest kann ich auf meinen Fotos nichts anderes mehr erkennen.

Catching Smiles around the Globe

Catching Smiles around the Globe 😉

Über 10.000 Reisefotos von Südamerika

Doch so langsam merke ich, wie du verschwimmst liebe Erinnerung. Du verlierst die Namen von Orten und von Lächelnden. Sicher geglaubtes Wissen(?) ist plötzlich mit Fragezeichen versehen. Ungefähr 10.000 Fotos habe ich gemacht, um dich auszutricksen: Damit Südamerika für immer in meinen Gedanken lebendig bleibt. Doch wahrscheinlich wird das nicht ausreichen…

Vor über 10 Jahren in Thailand

Es war meine erste ganz große Reise. Mario, der ältere Bruder von meinen besten Kumpel Oli nahm sich eine Auszeit vom Studium und tourte durch Südostasien. Er wollte die Welt sehen bevor er 30 wird (?). Für Oli und mich war das die Chance auf einen Abenteuerurlaub ganz weit weg von der Heimat.

Als ich neulich mal wieder bei Oli in seiner Küche saß, kramte er ein paar alte Fotos heraus. Sowohl die Fotos, als auch seine Erzählungen überraschten mich. Hatten wir das wirklich so erlebt? Ich konnte mich an einzelne Fakten (?) erinnern, aber die Geschichten dahinter hätte ich nicht mehr richtig erzählen können.

Ich wollte unbedingt auf einem Elefanten reiten

Ich wollte unbedingt auf einem Elefanten reiten. Dann fand ich’s furchtbar wie der Guide ihn mit einer Spitzhacke (?) lenkte (?).

Reisefreunde in Thailand

Von links nach rechts: ?, ein Schweitzer (?) der später eine Freundin in Thailand hatte (?), ein Schweitzer mit einem sympathischen Lächeln, ich (der noch nicht schön lächeln konnte) und Mario.

Der Strand von Koh Pha Ngan

Der Strand von Koh Pha Ngan am morgen vor der Full (?) Moon Party (?).

Tempel in Thailand

Ein bestimmt wichtiger Tempel (?) in ? mit Menschen, die nur zufällig ins Bild gelaufen sind (?).

Freilebender Elefant in Thailand

Stimmt. Da war dieser freilebende (?) Elefant, der plötzlich am Straßenrand stand, als wir gerade … *grübel* ?.

Vielleicht bin ich ja dazu verdammt Geschichten immer aufschreiben zu müssen, um mich auch später noch erinnern zu können.

Start frei für den Wettlauf gegen das Vergessen!

Ein Jahr ist es her, dass ich auf die Galapagos-Inseln gereist bin. Der teuerste Zwischenstopp in meinem Südamerika-Sabbatical und ein echtes Highlight. Wäre irgendwie schade, wenn das unerzählt bliebe und ich den Wettlauf gegen meine verblassende Erinnerung verlieren würde. Trotzdem muss ich etwas ausholen. Denn die Geschichte von Galapagos beginnt ein knappes Jahr früher. Auf meinem einmonatigen Test-Sabbatical mit Reisemeister Gordian. An einem See im dem verschlafenen Örtchen Carmelo. Irgendwo in Uruguay…

Es war einmal in Südamerika

Ein Schrei durchbricht die Stille. Mein Reisebegleiter Gordian und ich werden angegriffen. Über uns schwirrt ein fliegender Skorpion (?). Wir bekämpfen ihn mit unseren Batik-Strandtüchern aus Rio de Janeiro. Erfolglos. Die Flip Flops in der Hand, flüchten wir über den stacheligen Boden. Fürs erste sind wir sicher. Noch drei Stunden bis uns der Taxifahrer wieder von diesem einsamen Ort abholt.

Ich gehe schwimmen. Das Wasser ist kalt. Gordian hat sich sein Shirt wieder übergezogen und macht vom Ufer aus Fotos. Ich fühle mich irgendwie mutig und schwimme über den kleinen See auf die andere Seite. Schon komisch. Ein bisschen hat das was von einem deutschen Baggersee in ländlicher Gegend. Nur dass hier selbst die Schmetterlinge drei mal (?) so groß sind wie bei uns. Ich setze mich auf einen Stein und versuche die Stille wahrzunehmen. Mein Blick schweift über die benachbarten Steine. Plötzlich stockt mein Atem.

Zwei bedrohliche Riesenechsen (?) gleiten ins Wasser

Adrenalin steigt mir in den Kopf. Gehirnfunktionen sind nur noch eingeschränkt zuverlässig; mein Biologiewissen gerade nicht abrufbar. So springe ich ins Wasser und bin mir sicher um mein Leben zu schwimmen. Nur wenn ich schnell genug bin, werde ich nicht von diesen blutrünstigen Riesenechsen (?) gefressen. Auf der anderen Seite macht Gordian amüsiert Fotos. Wie ein verängstigter Hund hätte ich ausgesehen, sagt er belustigt als ich wenige Augenblicke (?) später wieder Fuß auf das rettende Ufer setze. Ich für meinen Teil bin froh überlebt zu haben.

Carmelo in Uruguay

Idylisch sieht er aus. Der nackte Kampf ums Überleben. Carmelo, Uruguay

Ein bisschen relativiert sich diese Freude als uns der Taxifahrer etwas später abholt. Ich berichte ihm (damals noch mit bruchstückhaftem Spanisch) von meiner Heldentat. Woraufhin er nur schmunzelnd meint: „Das waren Leguane. Die tun nichts. Und sind hier in Uruguay eine Delikatesse.“

Ein halbes Jahr später auf der Insel Isabella, Galapagos

Die Pflanzen sehen wie bunte Korallen aus. Man muss schon ein bisschen hinschauen um die schillernden Männchen dazwischen nicht zu übersehen. Es ist ruhig. Keine Touristen in der Nähe. Nur ich und die Leguane.

Selfie mit Leguan auf Isabella, Galapagos

Selfie mit Leguan auf Isabella, Galapagos

 

Leguan auf Galapagos Inseln
Nur ein Leguan oder doch ein Drache? Galapagos, Ecuador

Im Dezember wird die Geschichte von Galapagos weiter erinnert.

P.S. Hast du noch Tipps gegen den Reise-Alzheimer? Dann rein damit in die Kommentare. Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich über Likes, Shares, Kommentare oder neue Verfolger auf Facebook.

Dein Gregório Jones

Das Beste am Reisen sind all die unerwarteten Begegnungen. Seit meinem Sabbatical in Südamerika reise ich daher mit neuer Mission durchs Leben: "Catching Smiles around the Globe." Ach ja ... Mich und meine Lächeln gibt's auch auf meiner Facebookseite, auf Instagram auf Snapchat und als schicken kostenlosen Newsletter. ¡Hasta luego amigo!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich erinnere mich auch gerne, wie wir uns damals in der Medienhochburg (?) Wiesbaden kennengelernt haben. Das erste Semester. Unser Campus umgeben von Palmen (?). Der Fachbereich betreibt einen eigenen TV-Sender (?), schließlich ist ja auch ein großes (?) TV-Studio da. Und wir lernen endlich, wie ein Blue-Screen funktioniert. Ich erinnere mich so gut daran, weil diese Erklärung wiederholt wird auf unseren Reisen zu CNN (8. Januar 2005) und den Warner Bros. Studios (2. Mai 2011). UND, diese sind niedergeschrieben worden.

    • Wohl wahr. 🙂 Ich frag mich manchmal, wie Leute das schaffen am Ende ihres Lebens ihre Memoiren zu schreiben. Solche Geschichten müssen doch vor Fragezeichen und geschönten Halbwahrheiten nur so triefen.

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